Pressemeldung
"Ich fühle mich so anders" (Junge, 7 Jahre)
"Ihr Sohn hat sich zu einem Krachmacher entwickelt" (Lehrer über ein hochbegabtes Kind, das sich in der Schule langweilt)
"Ich habe Tränen in den Augen. Zum ersten Mal spielt unser Sohn in einer größeren Kindergruppe und ist glücklich" (Mutter eines hochbegabten Kindes nach einem Hochbegabte-Kinder-Treffen)
Viele Jahre nachdem in den meisten europäischen Ländern Vereine für hochbegabte Kinder gegründet worden sind, haben jetzt die Eltern von Hochbegabten in Norwegen ihr erstes Netzwerk ins Leben gerufen. Der Verein -Lykkelige barn- wurde am 12.08.2007 während des ersten Hochbegabte-Kinder-Treffens in Merket (bei Gol/Norwegen) gegründet.
-Lykkelige barn- ist ein Verein zur Unterstützung von Eltern, deren Kinder "schneller denken" können als der Durchschnitt und soll darüber hinaus als Plattform für soziale Kontakte dieser Kinder untereinander dienen. Das Ziel des Vereins besteht nicht darin, jemanden auszugrenzen, sondern Alle aufzunehmen, für die dieses Angebot paßt. Niemand wird durch eine klar definierte Grenze daran gehindert an der Gemeinschaft des Netzwerkes teilzunehmen, wenn gesehen wird, dass das Kind/die Familie hineinpaßt und Bedarf daran hat.
Man definiert unterschiedliche Typen von Begabungen und Intelligenzen. Das Netzwerk -Lykkelige barn- wurde für Eltern, die Erfahrungen und Probleme mit klassischer Intelligenz erleben ins Leben gerufen. Die Zielgruppe sind Familien mit Kindern, die so intelligent sind, daß sie Probleme damit haben Gleichgesinnte im Alltag zu finden. Diese Kinder haben oft einen so hohen Intelligenzquotienten, daß man vergleichbare Werte bei nur 2-5% der Bevölkerung findet.
Warum wurde erst jetzt ein solcher Verein gegründet?
Das "Janteloven" (Jantegesetz) ist ein in Skandinavien allseits bekannter Begriff, der den sozialen Umgang beschreibt, nach dem es verpönt ist sich als besser oder klüger darzustellen als andere. Daher ist es politisch unkorrekt einem hochbegabtem Kind mehr Möglichkeiten zur Weiterentwicklung einzuräumen als anderen. Viele Eltern haben Angst davor in ihrer näheren Umgebung zuzugeben, daß sie ein hochbegabtes Kind haben.
Welcher ist unser Ausgangspunkt?
Die Gründungsmitglieder des Verein haben viele Erfahrungen im Kontakt mit ihrem Umfeld gesammelt. In Norwegen ist es gesellschaftlich akzeptiert ein besonders schneller Läufer zu sein oder sehr gut Klavier oder Fußball spielen zu können. Für Kinder mit diesen Begabungen gibt es Talentwettbewerbe, Trainingscamps, Schulen mit spezialisierten Lehrern und entsprechende Spielvereine. Das ist gut, denn es gibt diesen Kindern die Möglichkeit sich entsprechend ihrer Fähigkeiten zu entwickeln und hier können sie Gleichgesinnte treffen.
Für Kinder die "schneller denken" können als andere und deren Eltern sieht der Alltag anders aus. Die Schulen stellen die einzige Arena dar, in der sich diese Kinde entwickeln können. Gleichzeitig sollen sie aber allen Schülern die gleichen Möglichkeiten bieten. Es sei an dieser Stelle erwähnt, daß es bis heute, neben den Schulen, keine weiteren Plattformen für die Entfaltung von hochbegabten Kindern in Norwegen gibt. Wir fühlen, daß unsere Kinder oft mißverstanden werden und daß ihnen die sozialen Treffen mit Gleichgearteten fehlen. Wir meinen, daß es in Norwegen zu wenig Akzeptanz für diese Art des Talents gibt und wir erleben, daß norwegische Schulen nicht auf die Herausforderungen, die hochbegabte Kinder mitbringen, vorbereitet sind. Dieser Zustand führt oft dazu, daß die Kinder als verhaltensauffällig wahrgenommen werden, manchmal auch als Verlierer dastehen.
Ein Beispiel für ein Treffen mit den öffentlichen Institutionen:
Nachdem "Kunnskapsløfte", eine Bestimmung zur Verbesserung des Wissens, eingeführt wurde, glaubte ein Vater, daß sein Sohn jetzt, wie in den Statuten festgelegt, Recht auf individuellen Unterricht habe. Beim Elternsprechtag hatte er gerade noch erfahren, daß sein Sohn sich immer unerträglicher in der Schule aufführte, weil der Lehrer ihm nicht mehr Herausforderungen zu bieten hatte. Der Junge ging zu dieser Zeit in die 2.Klasse und war bereits mit dem Pensum der 4.Klasse in fast allen Fächern fertig. Als der Vater mit dem PPT, dem Pädagogisch-psychologischen-Schuldienst, Kontakt aufnahm, bekam er folgende Antwort: Das "Kunnskapsløfte" wurde ins Leben gerufen, um die Kindern, die unterhalb des Durchschnittes liegen, zu unterstützen und nicht um den Kindern, die sowieso schon überhalb des Durchschnittes liegen, einen noch grösseren Vorsprung zu ermöglichen. Wir geben kein Geld aus um eine Wissenselite zu erschaffen.
Mit anderen Worten: Es ist kein Geld vorhanden für ausserordentliche Lehrkräfte, selbst wenn der Junge aufgrund seiner hohen Intelligenz ohne Zweifel Verhaltensprobleme entwickeln würde.
Zum Glück ist dies nicht überall der Fall. Einige treffen auch auf Offenheit und auf Lehrer, die Antrieb haben diesen Kindern zu helfen. Leider gibt es wenig norwegische Literatur, die sich mit Forschung auf dem Gebiet der Hochbegabten und deren Integration in die norwegische Schule befasst. Dieses Thema ist leider auch kein Bestandteil der norwegischen Lehrerausbildung.
Welches sind unsere Ziele?
Viele Eltern bekommen gesagt, daß sie sogenannte "broilere", das heisst "Masthähnchen" heranziehen, weil sie mehrere Stunden in der Woche damit verbringen Ihren Kindern neben dem Schulangebot weiterführende Herausforderungen zu stellen. Wir möchten darauf hinweisen, daß das Ziel unseres Vereins NICHT heisst, soviel Information wie möglich untereinander auszutauschen, um unsere Kinder mit übertrieben viel Theorie und Wissen vollzustopfen damit sie so klug wie möglich werden.
Wir wünschen uns, genau wie der Name des Vereins Name sagt, glückliche Kinder und ein unterfordertes hochbegabtes Kind wird rastlos und unpässlich.
"Wenn man hochbegabt ist, sind sicher viele Dinge leichter, da kann man einfach mit einem Superzeugnis durch die Schule fliegen" Dies ist auch eine Aussage, die viele von uns zu hören bekommen. Leider ist das weit entfernt von der Realität.
Forschungen zeigen, daß die Kinder, welche von den Lehrern im allgemeinen als "flinke Schüler" bezeichnet werden, in den seltesten Fällen Hochbegabte sind. Die hochbegabten Kinder werden leider zu oft zu den Verlierern der Schule, diesem Thema möchten wir in unserem Verein besondere Aufmerksamkeit schenken. Hochbegabte Kinder sind keine gleichgeartete Gruppe. Es ist eine große Herausforderung diesen Kindern ein angemessenes Angebot in der Schule, der Arena für die sie die besten Voraussetzungen mitbringen, zu geben, ohne daß sie genau wegen ihrer Voraussetzungen zu Verlierern der Schule werden.
Ein weiteres Ziel unseres Vereins besteht darin unseren Kindern eine Plattform für soziale Aktivitäten zu geben um Gleichgegeartete zu treffen. Erfahrungen anderer Länder, wie z.B. Dänemark zeigen, daß Kinder, die sich sonst sehr reserviert verhalten, plötzlich aufblühen und Freunde in einem homogenen Umfeld finden.
Für ausführlichere Informationen und Interviews:
Pressekontakt Ieva Fredriksen